Archiv der Kategorie: Doktorand

Wilde Innovationen II

Hier eine überarbeitete Fassung des bereits zuvor geposteten Vortragmanuskripts für eine kulturwissenschaftliche Konferenz. Umwerfende 4 Seiten Text.

Download (pdf): Gerhard_2009_WildeInnovationen

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How to launch a bird and not an egg

Eine Präsentation von Jana: http://prezi.com/9jwctgyg47ui/ Übrigens: Es geht natürlich weder um Vögel noch um Eier, sondern um Ideenmanagement und Ideentechniken. Interessant übrigens auch: Die Form der Präsentation und das (Cloud-based)Präsentationsprogramm. Prezi verbindet Präsentationen mit Mindmaps. Sehr schön!

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Wilde Innovationen strukturieren

Hier ein Working Paper zu Innovation für eine Konferenz im November, das ich gerade überarbeite – insofern sind Anmerkungen willkommen. Vor allem wird jetzt noch reduziert.

Abstract:

Im Zuge der letzten Jahre haben sich verschiedene Phänomene herausgebildet, die in der ökonomischen Managementliteratur und inzwischen auch der Allgemeinpresse unter Stichworten wie Crowdsourcing, Open Innovation, Lead User Forschung, User Innovation und Prosumers besprochen werden. Insbesondere im Internet entstanden dabei Formen der Einbindung von Kunden in organisationale Innovationsprozesse von Firmen, welche in der Ausgestaltung stark dem als Hacker Culture bezeichneten subkulturellen Umgang von Open Source Communities ähneln.

Der Vortrag zeichnet diese Entwicklungen grob nach und zeigt davon ausgehend auf, wie es möglich ist aus den von Nutzern eingebrachten Vorschlägen für das Unternehmen sinnvolle Inventionen zu erhalten. Webplattformen, so die vertretene These, übernehmen die Aufgabe zwischen freien, ungeplanten, intrinsisch motivierten und spontanen Nutzervorschlägen zum einen und auf Planung, Sicherheit und Hierarchie bedachten Unternehmen zum anderen zu vermitteln. Vor allem ein Problem der Übersetzung zwischen Konsumenten und Produzenten, das über eine Ausbalancierung von Sicherheit und Freiheit im Sinne einer liberalen Gouvernementalität (Foucault) geregelt wird steht dabei im Fokus.

Anhand der Doppelbetrachtung von Firmen und Konsumenten wird ein Theoriebruch offenbar, der zwischen pragmatischen/interpretativen Theorien auf der einen Seite (Kunden) und funktional-strukturellen/diskursiven Ansätzen auf der anderen Seite (Firmen) verläuft. Dieser Theoriebruch soll anhand des beschriebenen Phänomens zur Diskussion gestellt werden.

Download Wilde Innovationen

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Eingeordnet unter Cultural Engineering, Doktorand, Innovation, Kulturwissenschaft, Magdeburg, Trendforschung

cultural engineering

In der Fusion von Betriebswirtschaftslehre und cultural engineering wird eine besonders raffinierte Strategie entdeckt, Kultur für die unternehmerische Gewinnmaximierung zu instrumentalisieren, um via Sinn zum Gewinn zu gelangen. Im Visier der Kritik sind dabei vor allem die Ansätze eines Symbolischen Managements, das es darauf abgelegt hat, eine transparente Mitarbeiterkommunikation durch mythmaking zu ersetzen, das  das Unternehmen nach dem Modell einer tribalistischen Gemeinschaft integrieren soll, mit gemeinsamen Symbolen, Ritualen, Erkennungszeichen und emotionalen Markern. Dieser Versuch, aus Mitarbeitern <Eingeborene> eines <Stammes> zu machen, geht dabei weit über das hinaus, was die Rede von der <Stammarbeiterschaft> die schon im 19. Jahrhundert Hochkonjunktur hatte, anstrebte: Das Konzept substituiert vielmehr systematisch rationale Informationspolitik durch manipulative Sinnvermittlung.

Aus: Tanner, Jakob: Kultur am Point of Sale – Wirtschaft im Cultural Turn. in: Kulturstiftung des Bundes (pp. 6f.), Juli 2007.

Nachtrag: So eine kleine Notiz an die ich mich erinnerte, als ich überlegte was man Cultural Engineering – als Name und anscheinend ohne Bezug zum Studiengang – wohl als Professionalitätskonzept vorwerfen könnte. Etwas das so schön polemisch ist, dass man gut dagegen Stellung beziehen kann, z.B. zur etwas absurden Ansicht Mythen in Organisationskommunikation würden erst durch deren bewusste Gestaltung etwa mittels Storytelling auftreten und wären vorher nicht gegeben gewesen. Das lässt sich sehr leicht als mythische Rationalisierung entlarven. Oder auch die Ansicht Kultur sei etwas, das im Namen der Normen hochzuhalten sei (dann aber doch die Frage: was? Sind nur Jazz und Klassik, also Hochkultur, Kultur?). Lehnt man dies ab, betrachtet man im Sinne der Cultural Studies Kultur als einen ‘whole way of life‘, so lässt sich die Behauptung Kultur als bedeutungsmaschine zu Ökonomisieren wohl kaum aufrecht zu erhalten, weil man dafür Kultur gegen Wirtschaft stellen muss. Dieser zuerst aufgemachte Gegensatz (Hilfe! Wirtschaft zerstört authentische Kultur!) wirkt um so lächerlicher, als dass hinterher sofort offenbar wird, dass Wirtschaftsunternehmen eben auch über Mythen gestaltbare Kultur besitzen, ein mehr an Verquickung also nichts ist was es zu fürchten gälte. Wer Angst hat vor Sinn als Argument für Verkauf, der muss dann subkulturelle ebenso wie Massenware ablehnen. Ohnehin: Was soll das sein, ein von Sinn befreites Produkt? Es wäre sinnlos. Nun könnte man es trotzdem kaufen (täte das aber nicht), schließlich ist Geld exakt das symbolisch generalisierte Kommunikationsmedium, welches von speziellem Sinn abstrahierten Handel ermöglicht.

(Anm.: Der Artikel wurde ohne Kommentar bereits zuvor am 6.6.09 online gestellt.)

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KWL – transdisziplinär

Hier ein Artikel zur Foderung nach mehr Transdisziplinarität in den Ingenieuwissenschaften, die aber in den Lehrplan didaktisch eingebaut sein müsse: Transdisziplinarität in der Technologieforschung und Ausbildung.

Immerhin bindet KWL neben dem sozialwissenschaftlichen Schwerpunkt auch Logistik in den Lehrplan ein, verbunden mit einem theoreticsh hinterlegten didaktischen Konzept und einem durchgeplanten Curriculum.

Eben als solcher Studiengang wurde Cultural Engineering übrigens letzte Woche in der Beilage der Zeit erwähnt, die Magdeburg als Eigenwerbung herausgegeben hat.

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Eingeordnet unter Cultural Engineering, Doktorand, Kulturwissenschaft, Magdeburg, Medien, Otto-von-Guericke-Universität

Integration

Aus der Sicht der Comedy:

Und das ist hingegen ernst gemeint, eine BVG Stadtrundfahrt unter dem Titel „Beten, Baden, Börek“ durch Berlin-Kreuzberg

Zur BVG Seite mit Informationen

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Vortrag: Kulturwissenschaften – eine Übersetzungsperspektive

Am Montag war die Abschlussveranstaltung der Ringvorlesung „Die Ungleichzeitigkeit des Raums — Geschichte und Perspektiven der Area Studies“ des Center for Area Studies der FU Berlin. Vortragende war Frau Bachmann-Medick zum Thema „Area Studies transnational und translational: Zur Übersetzungsfunktion der Area Studies“.

Vortragsbeschreibung:

„Der Vortrag stellt historische und aktuelle Übersetzungsfunktionen der Area Studies (Welt-Regionalstudien) zur Diskussion. Wieweit führen gegenwärtige Übersetzungsfunktionen der Area Studies über ihre traditionellen Mittlerfunktionen hinaus – um die Regionenbildung selbst zu überdenken, um Voraussetzungen zu schaffen für Wechselübersetzungen in der globalen Wissenschaftskommunikation? Die Area Studies können dem Westen und den Disziplinen eigene Übersetzungsangebote machen – vor allem für die Neukonstruktion des Raums, die Lokalisierung des Universalen und die Gewinnung neuer Analysekategorien.

Doris Bachmann-Medick ist Literatur- und Kulturwissenschaftlerin. Sie arbeitet im Feld der kulturwissenschaftlichen Grundlagenforschung und regt von daher eine kulturwissenschaftliche „Außensicht“ der Area Studies an. Ihr Blickwinkel entspringt zwar einer weiteren Wissenschaftslandschaft, die von „Cultural Turns“ geprägt ist (so der Titel Ihres Buches zu Neuorientierungen in den Kulturwissenschaften, das als Rowohlt Taschenbuch 2009 in einer neu bearbeiteten 3. Aufl. erschienen ist). Doch mit einem gezielteren und konkreteren Fokus fragt sie nach der Fruchtbarkeit der Übersetzungskategorie als einer neuen kultur- und  sozialwissenschaftlichen Analysekategorie.“

Kommentar:

In ihrem Vortrag hat sie sechs Übersetzungsleistungen der Area Studies angesprochen, die aber recht theoretisch gehalten, d.h. ist nur eingeshränkt auf das Themengebiet Area Studies eingegangen.

1. Die Vermittlung kulturellen Wissens

– dynamische Kultur, die nicht komplett von außen Übersetzt werden kann, Übergang zu einem Wissen mit anstelle eines Wissens über.

2. Nationale/Transnationale Forschung

– Forschung über nationale Grenzen für eine politische Legitimation hinaus, die sich an Themen und Forschungsprogrammen orientiert

3. Transnationale Kulturen, translational gedeutet

– Berücksichtigung innerkultureller Unterschiede, Berücksichtigung lokalisierten Wissens über die Untersuchung von Interaktionen

4. Neubestimmung des Lokalen

– Problem der Nutzung universalistischer, „westlicher“ Konzepte bei der Untersuchung, Phänomen des „knowledge moves“, keine 1:1 Originalübersetzung, sondern Aneignung

5. Übersetzung in und von Referenzrahmen

– z.B. ist bei dem Neo-Medivalism der Bush-Ära in Sachen War on Terror eine Rückübersetzung durch die Area Studies gefordert, also das Aufzeigen, welche Referenzrahmen wie in Anspruch genommen und politisch verwendet werden

6. Cross-categorial translation

-Nicht nur über Kulturen und durch Kulturen, sondern auch über Kategorien hinweg forschen, Problem der Machtasymmetrien bei Übersetzung (westl. Hegemonie).

Kultur wurde hier sehr breit verwendet (und meines Erachtens nicht definiert), als allgemeine Verweisungskategorie nationaler Gesellschaften. Damit wurden kulturelle Einheiten unterstellt. In den Rückfragen zum Vortrag ging es dann vor allem um die Rolle der Sprache bei der Übersetzung (Alt-Philologen). Dabei stellte B-M heraus, dass sie Übersetzung metaphorisch im Anschluss an sprachliche Übersetzungen versteht, aber von der Vorstellung eines festen Originals als Verweiskategorie Abstand nimmt. Da ich gerade Latours „Wir sind nie modern gewesen“ gelesen habe ist mir der Unterschied der Übersetzungsbegriffe aufgefallen. Latour verwendet zwar ebenfalls einen akteurbasierten Handlungsbegriff, aber er schließt metaphorisch an physikalische Übersetzung an, so meine These. In meiner Lesart löst Latour einige der Analyseprobleme der Moderne, die bei B-M in der Übersetzung auftreten, wenn sie Übersetzung als allgemeines Konzept in Area Studies einführt, z.B. die zu unrecht vom Westen gesetzte eigene moderne Besonderheit, den Gegensatz Lokal/Global und die Verwendung von universalen Begriffen. Cultural Turns kommt jedenfalls auf die zu lesen Liste.

Mehr zum Übersetzungsbegriff in den Kulturwissenschaften

http://bachmann-medick.de

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Eingeordnet unter Berlin, Doktorand, Kulturwissenschaft