Archiv der Kategorie: Politik

WikiLeaks Doku vom schwedischen Fernsehen

http://svtplay.se/v/2264028/wikirebels_the_documentary

Das ist dann wohl das Gegenteil von Embedded Journalism. Krieg wird an der Heimatfront gewonnen und mit Information, nicht mit Kugeln. Kein Wunder, dass die Reaktionen des Militärs so geschockt sind, sie verlieren gerade aufgrund ihrer eigenen Kriegsverbrechen. Immerhin zeigt es, dass der Irakkrieg mit den gleichen Mitteln geführt wird wie der Vietnamkrieg. Auf der Heimatfront wird dann die Pressefreiheit mit Todesdrohungen verhindert.

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Wasser!

Eine untypische Logistikprozesskettenanalyse, aber sher typisch für Vester-Systemanalysen. Auch empfehlenswert: The travels of a t-shirt (google books).

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Facebook = Stasi

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We want you for Bundesheer

Zum Video gibt es in diesem Post ein Transkript und eine kurze Kommentierung sowie verschiedene andere Armeewerbevideos als Vergleich.

Als Einleitung lernen wir, dass das Bundesheer äquivalent cool und ungefährlich ist, wie der iPod. Völkerrechtsverletzungen mit Gasgranaten aus dem 1. Weltkrieg werden also hier zum neusten Hip-Hop Lied.

Dann lernen wir eine Zielgruppe kennen, die auch von den gewählten „Schauspielern“ (offensichtlich ahnungslose Amateure) repräsentiert wird. Die Armee will sich also aus Personen ab 18 bis etwa Mitte 20 rekrutieren. Ob es einem nicht eher Angst macht, dass solche Milchbuben mit Panzerkanonen hantieren sollen, wird nicht reflektiert. Dafür ist aber der Panzer cooler als der Audi Sportwagen. Aber zurück zur Zielgruppe. Hier handelt es sich offenbar um Personen aus einer unteren Gesellschaftsschicht, schätzungsweise Konsummaterialisten (Beschreibung siehe Grafik unten). Dafür spricht wie Auto und Kleidung in Szene gesetzt werden.

Das dargestellte Verhältnis Mann-Frau ist zum Schreien. Immerhin wird hier mit Zuhälterähnlichen Bildmotiven gearbeitet, die dann anschließend auf die Soldaten übertragen werden. Das geschieht schon allein durch die Gleichsetzung der verbalen Ebene, wenn der Soldat die Mädels genauso zu einer Spritztour einlädt wie der Mann mit seinem Sportwagen. Und überhaupt, wenn die Ablehnung der Einladung damit begründet wird, dass in dem Zweisitzer kein Platz für die vier Frauen sei – wie sollen sie dann bitte in den Panzer passen? Ausschnitte auf das Dekolleté, Kleidungsstil (weiße Stiefel verbindet man als Hamburger mit Prostituierten) und das dem Panzer hinterherwackeln die Position und die Armhaltung des Mannes auf dem Auto tun ihr übriges.

Die Produktion ist unglaublich unprofessionell. Das gilt für die Szenen und mögliche Wiederholungen wie für die Kameraführung. Es sind Spuren da, wo noch keine sein sollten, Personen haben in Nahaufnahmen die Augen geschlossen, es war offenbar nicht möglich unbeteiligte Personen aus dem Hintergrund zu entfernen, etc. Der Ort ist wohl ein Kasernengelände, zumindest trägt er nicht zur Bildung eines Images positiv bei, eher wirkt er abgewrackt.

Die Dialoge – so man denn überhaupt davon sprechen will – sind platt. Schließt man daraus und aus der mangelnden Betonung auf die Intelligenz der Beteiligten, so muss man zum Schluß kommen, die porträtierten Personen seien unterbelichtet. Da dies wohl kaum im Sinne des Urhebers ist kann erneut nur von einer misslungenen Produktion ausgegangen werden.

Irgendwer hat wohl gedacht nach dem viralen Erfolg des ukrainischen Videos mit demselben Skript würde dies auch für Österreich funktionieren. Leider wirken die in der ukrainischen Werbung deutlich überzeichneteren Charaktere lustig, was aber für Österreich abgeschwächt wurde und dann nur noch fade und lächerlich daherkommt. Aller Witz und Ironie gehen dem Video ab. Dadurch, dass der Sexismus nur noch unterschwellig daher kommt wirkt er eher gewollt und nicht ironisiert. Sicher, das Video wird wohl ein viraler Erfolg, aber dann wohl zum Fremdschämen und Lachen, nicht als Anreiz zum Eintreten in die Armee. Gleichzeitig gilt aber auch: Würde jemanden dieser Spot begeistern, würde man ihn (dem Spot nach nicht sie) dann überhaupt haben wollen? Als Erfolgreich kann man den Spot wohl nur dann ansehen, wenn man davon ausgeht, dass es negative Werbung nicht gibt, und dass darüber Reden immer ein Erfolg ist. In diesem Sinne: Halten wir uns weiter den Bauch, auch wenn wir nicht sicher sind, ob es vom Lachen oder Übelkeit herrührt.

Der Protest (Sexismusvorwurf) hat immerhin dafür gesorgt, dass das Video aus dem Fernsehen abgesetzt wurde, aus dem Netz wird es nicht so schnell zu löschen sein. „Die Marketingabteilung des Bundesheeres verteidigt den Spot folgendermaßen: ‚Unser Clip ist so deppert, dass er schon wieder genial ist.‘ Die Akteure in dem Video sind ein Diskothekentürsteher und vier Hotelfachschülerinnen.“ (Quelle) Der Spot war also geklaut, mies umgesetzt und einem offiziellen Wertekanon nicht angemessen. Nur: Bei der Gruppe der 14-18 Jährigen als Zielgruppe und denjeniegen, denen Emanzipation nicht als wichtiger Wert erscheint kommt er wohl an (siehe Kommentare): „Man stelle sich mal vor, wieviele sich freiwillig zur Waffen-SS gemeldet hätten, wenn die Werbung mit Dirlewanger und Bandenkampf geführt worden wäre….. Niemand hätte sich gemeldet, statt dessen dachte jeder er könne Hoch zu Roß in schwarzer Uniform den Mädels im Heimatdorf imponieren.
Der Werbefilm ist auch militärischer Sicht sehr gut und spricht auch die richtigen Kerle an. Der/ die Ritter in Rüstung kommen aus dem Nebel und retten die Prinzessin aus den Klauen des Bösewichts, nur eben heute mit modernen Mitteln aufgepeppt.
Kritik kommt ausschließlich aus der pazifistischen FEMI-ecke. Würde das österreichische Heer die Wahrheit bewerben (von Autobomben zerfetzte NATO-Söldner), dann würde von den heutigen feminisierten jungen Männern keiner auch nur den Gedanken an einen Wehrdienst verschwenden.“

Auch auf Bild.de ist man der Meinung: Kopie, Schlecht, Sexistisch. Andsers die Leser: Nicht sexistisch, witzig, gut gelungen, wirbt für Frauen als Panzerfahrer. „Die Kernaussage des Spots könnte man so zusammenfassen: Mädchen und Frauen können durch den Dienst in der österreichischen Armee die gesellschaftliche Minderbewertung der Frau überwinden.“ Da kann man mal sehen, der Sexismus wird abgewickelt (der Türsteher blitzt ab), die Soldaten sind gar nicht die Ritter und die Mädchen keine Prinzessinen, die vor dem Türsteher-Drachen gerettet werden sollen – Nein! Sie sind nur an einem handfesten Job (Spritztour in Kanonenrohrgröße) interessiert. Alles vollständig PC. Die Panzerfahrerin mit dem liebevoll als „Fick mich Stiefeln“ bezeichneten Schuhwerk, das ist die Wahre Gleichberechtigung. Jetzt wissen wir es endlich.

Übrigens hat sich auch die Tagesschau mit dem Fehltritt auseinandergesetzt. Diese urteilt, dass Soldatinnen gleich als „Kameraden“ behandelt würden (was dann wohl positiv ist, weil eben gleich, also als Mann) und real nicht als Groupies den Panzern hinterher rennen würden, sondern sie selbst fahren.

Der Werbeblogger ist übrigens auch der Meinung: Sexismus wäre nicht enthalten. Schließlich würde es ja darum gehen Frauen zu werben, und wer behaupte die würden nicht gerne dicke Dinger fahren würde nur die Umkehrung eines Klischees wieder reproduzieren (Ergo: Bitte fahrt alle sexistisch aufgeladene Autos?). Außerdem seien die Soldaten gar nicht so macho, sondern der Macho würde eben abblitzen. Mh, da hat der Werbeblogger wohl sehr unaufmerksam geschaut, weil all die kleinen Sexanspielungen im Video dann wohl übersehen wurden…

Übrigens – als Medien-Meta-Kommentar darf folgender Satz nicht fehlen, da er in allen Artikeln enthalten ist: „Dieser Schuss ging eher nach hinten los…“

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„Das Fernsehen macht hier so eine scheiß liberale Sendung“

Ton Steine Scherben Drummer zerstört Tisch in Talkshow

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Video Time 5: Pete Seeger

Ein Protestsong für die aktuellen Unibesetzungen – ganz im alten Stil, voll un-Web 2.0-ig. Dafür aber dann wieder auf youtube.

Am Samstag war ich im besetzten Audimaxx in Erlangen und hab mit einigen der Protestler gesprochen. Ihnen war nicht klar, dass Gesellschaft leider nur eine Fiktion ist und nicht handeln kann. Sie wollten alle „die“ Gesellschaft bewegen. Tja, mehr als ein Echo wirds wohl nicht geben. Hier bleibt der Sprechakt in der Sprache, Folgen sind zweifelhaft. Ich bin ja ein Anhänger konkreterer Forderungen. Die Phase der Aufweckungen ist vorbei, es geht inzwischen  um Handlungen.

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Amok

Eine 16jährige wurde zu 5 Jahren verurteilt, nachdem ihr Amoklauf vereitelt wurde.

«Im Schulministerium stehe den Lehrern, so Silbernagel, immer ein professioneller Ansprechpartner zur Verfügung, der aus der Ferne beurteilen könne, ob ein Hinweis ernst zu nehmen ist. „Das Täterprofil ist ja inzwischen bekannt: Männlich, mindestens zwölf Jahre alt, die Möglichkeit an Waffen zu kommen.“ Silbernagel schränkt aber ein: „Sie kommen nicht aus zerrütteten Familien und haben auch Freunde – das macht es gleichzeitig auch schwer, sie zu erkennen.“«

via Urteil nach vereiteltetem Amoklauf: Fünf Jahre Freiheitsstrafe für 16-Jährige – Panorama – WDR.de.

Es fällt auf: Journalist und Politiker/Beamter produzieren hier akuten Schwachsinn. Schön. Ja, das Täterprofil ist bekannt – aber unzutreffend. Rasterfahndung mit 0% Trefferwahrscheinlichkeit.

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