Archiv der Kategorie: Heimat

Hinz & Kunzt auf dem Weg ins Web 2.0

Wer Lust hat mitzugestalten, zu schreiben usf.: Hier. Ich erinnere mich immer noch gerne an die Arbeit an der Jugendausgabe 2002. Zum Obdachlosenmagazin Nach der Umstellung der Internetseite sind meine Artikel aber wohl nicht mehr online.

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Kulturwissenschaftler drehen Heimatfilme

Die Cultural Studies in England sind aus der kulturellen Kluft zwischen Einwanderern und Briten entstanden und auch aus der Verzweiflung an der akademischen Kultur und Methodentradition der Soziologen. Dafür hatte die Kategorie Heimat nie eine besonders prominente Stelle in der Forschung der deutschen Kulturwissenschaft. Letztens konnte ich sie allerdings an einigen Stellen entdecken. Inzwischen kenne ich bereits mehrere Personen, die Abschlussarbeiten zu dieser Kategorie verfasst haben und habe in Berlin einen Filmabend besucht, auf dem die Dokumentarfilme alle von Kulturwissenschaftlerinnen gedreht wurden. Sie setzen sich alle mit der Kategorie der Heimat auseinander und versuchen eben Kulturklüfte zwischen verschiedenen Heimatformen darzustellen.

Interessant in dem Zusammenhang auch die Gestaltung des Flyers: Heimat als Urdeutsches, als biederes Schwarzwaldmotiv. Dabei geht es in keinem der drei Filme um diese Art von Heimat. Aber wer Gelegenheit hat irgendwann einen zu schauen – sie seien im Kontext von Heimatreflexion empfohlen.

Heimat Filmabend

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Eingeordnet unter Beobachtung, Berlin, Heimat, Kulturwissenschaft, Medien

Platt

Das Plattdeutsche Wort des Jahres 2007 ist Oeschen (Buschwindröschen). Mehr interessantes Plattdeutsch gibt es hier.

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Der Brandenburger Badesee an sich

Pack die Badehose ein und ab in Wannsee: Kennt jeder. Letztens war ich mit meiner Mutter & Co an einem kleinen Badesee hier in Brandenburg am Stadtrand von Berlin. Und da hab ich mir so überlegt, der Badesee an sich, also seine phänomenologische Betrachtung, was macht den eigentlich aus? Und da sind mir neben den Familien, die baden waren, noch eine Gruppe Jugendlicher eingefallen. Die war so, wie man sie sich in Brandenburg vorstellt. Der Körper schien dann aber doch besser entwickelt zu sein, als der Geist, ihrem Verhalten nach zu urteilen. Es kamen schnell Sprüche zu Vaterlandstreue etc. Irgendwie finde ich ja, so eine Gruppe gehört im Sommer an einem brandenburger Badesee. Jugendliche sollen ja nicht abhängen, das macht sie ja gefährlich. Dann ja lieber baden – aber ohne mich. Das Neonazi-Vokabular beherrschten sie offensichtlich, gingen aber sehr flapsig damit um. Der Badesee war schön (kalt). Was ich jetzt aber außer dem Wasser und den Bäumen ringsherum an der Natur des brandenburger Badesees an sich (KWL bonmot!) hervorheben wollte, ist eben der rechtslastige Jugendliche. Der gehört doch eigentlich dazu, oder? Eigentlich so, wie das Grafitti „No Go Area“ auf einem Straßenschild am Zepernicker S-Bahnhof am Berliner Stadtrand.

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Eingeordnet unter Beobachtung, Berlin, Heimat, Orte, Vorurteile

Ich will wieder auf die Insel…

Diesmal von einer anderen Band. Kettcar haben ein neues Album… Danke für den Hinweis an Sissi.

Siehe dazu: Kettcar oder Grand Hotel van Cleef

Wer die Mp3s kaufen will: Direkt ist billiger als iTunes.

Quelle

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Nimmerland Rede

23.4.2006, Magdeburg, Forum Gestaltung, Projekt des KanTe e.V.
(es gilt das gesprochene Wort)

Gibt es so etwas wie den Geschmack der Kindheit? Den Geruch? Das Gefühl?

Wann habt ihr das letzte Mal das Gefühl gehabt wirklich Zeit zu haben? Frei? Und das Gefühl, dass eine Woche sehr lange dauert und ein Jahr eine Ewigkeit, wie lange ist das her? Solche Art von Freiheit ist charakteristisch für das Lebensgefühl während der Kindheit.
Kindheit positiv gesehen, das sind neben Spielen: Emotionalität, Freiheit, Unbeschwertheit, Erlebnis, Nicht-festgelegt sein, das Neue und unendliche Möglichkeiten.
Kinder haben eine eigene Weltsicht, eigene Vorstellungen. Ein gutes Beispiel dafür ist meiner Meinung nach das Buch „Petruschkas Lackschuhe“: Rote Beete abgießen. Jetzt sind sie tot, jetzt esse ich die nicht mehr.
Es ist irgendwie spannend, anziehend und irgendwie auch sexy Kind zu sein und das insbesondere für unsere Generation. Junge Studentinnen tragen Hello Kitty Taschen, Kirschen auf T Shirts, Ohrringen und Schuhen sieht man auf jeder Indie Party. Männer können sich nicht von Spielekonsolen mit Mario-Kart und Co. trennen. Bei ihnen äußert sich Kindlichkeit eher in handwerklicher Richtung: Autos, Autorennbahnen, Modelleisenbahnen und so weiter.
Die Band Jet singt: „Can you please give me one more childhood?” Bei Adam Green heißt es “i had a midchildhood crisis“. Die Midlife Crisis wird abgelöst oder bekommt zumindest einen Vorläufer.

Wie lässt sich dieses Verhalten verstehen? Woher kommt es? Was macht es mit uns? Was machen wir damit?

Im Grund lässt sich das zweigeteilt sehen: Freies Denken mit der Offenheit eines kindlichen Geistes – dafür steht Einstein – oder Flucht vor Verantwortung- dafür steht der Typ Viva-Moderatorin. Eigenständigkeit und Verantwortung einerseits – Kindheit andererseits – geht diese Gleichung auf?

Über Symbole wie Hello Kitty Taschen und das Spielen von Autorennen lassen sich zwei Einstellungen parallel ausdrücken. Die Substanz dahinter ist nicht eindeutig. Wenn die Verwendung von Kindheits- und Jugendmuster in der Erwachsenenwelt reflektiert wird, dann kann es gut sein, dass sich dahinter geistige Offenheit verbirgt. Genauso kann es sich aber um Konsum handeln. Konsum, der ausdrückt, dass man nicht erwachsen werden will. Das ist der Versuch sich der Verantwortung des Erwachsenwerdens zu entziehen. Lieber richtet man sich im behüteten, bekannten Kinderzimmer ein, als mit wachen Augen und großen Schritten die unbekannten und für einen selbst unerforschten Gefilde der Erwachsenenwelt konstruktiv und reflexiv zu erkunden und für sich in Anspruch zu nehmen. Aber was spricht dagegen einen mit Teddy und Modelleisenbahn gepackten Koffer mit auf diese Reise zu nehmen? Und hier schlagen wir die Brücke zwischen Kindheit und Erwachsensein.

Kindheit und Jugendausdruck zu nutzen kann helfen, sich den stetig komplexer werdenden Anforderungen des modernen Lebens zu stellen. Kindheitsräume schaffen Entlastungsmomente indem sie ein Forum kreieren, das frei von gesellschaftlich institutionalisierten Erwartungen ist.

Kindheitserinnerungen haben das Potential der Kit zwischen fragmentierten Identitätsteilen zu sein. Erst wenn ich verstehe, wer ich war, kann ich sagen wer ich bin und werden möchte. Wir besitzen ein gewaltiges Repertoire an Erfahrungen. Festmachen können wir diese Erfahrungen beispielsweise an den Geschichten, die wir mit Biene Maja oder der Carrera Bahn verbinden. Daran anknüpfend lassen sich gerichtete Entwicklungslinien für die Zukunft entwerfen. Sie ermöglichen eine reflektierte Entwicklung aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Das Vorbild des starken Mädchens aus Pippi Langstrumpf ist durchaus bei vielen jungen Frauen präsent geblieben und bildet eine Orientierungslinie für zukünftige Frauenrollen.

Solche Erinnerungen prägen im Idealfall positive Muster, wie wir mit Freiheit, Selbstständigkeit und Neuem umgehen. Sie können uns Vorbild sein eine Gemeinschaft zu knüpfen, wie in Disneys Gummibärenbande. Genauso können Erinnerungen aber belasten, zu viel sein.

Man sollte Aufpassen, dass man sich nicht wie die Raupe Nimmersatt voll frisst. Der ist es nicht gut bekommen von allem immer mehr zu essen. Man sollte wissen, wann es genug ist. Das Phänomen darf eben kein auf Dauer gestelltes Zurückholen der Kindheit sein, sondern ein Erinnern, ein wieder-holen und neu verwenden, in den aktuellen Lebenskontext produktives Einbetten. Dann wird aus dem Nimmerland keine unendliche Geschichte, die vergessen hervorruft, sondern eine, die immer weiter gesponnen wird und fortgeführt.
Erich Kästner hat einmal gesagt: „Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, bleibt ein Mensch.“ Oder anders: „Haribo macht Kinder froh und Erwachsene ebenso.“

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Einweihung Berlin

Hier einfach nur zwei Fotos stellvertretend für einen Abend, dessen Folgen langsam nachlassen (Vorher-Nachher).

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