Archiv der Kategorie: Cultural Engineering

Musikvideo in Google Street View eingebunden

Findet sich hier: http://thewildernessdowntown.com/ (geht aber nur mit Chrome Browser und Orten, die auch bei Street View abgefilmt sind).

Eine etwas weniger übereinstimmende Position ist diese neue Form des Geotagging

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Eingeordnet unter Beobachtung, Berlin, Cultural Engineering, Kommunikationsguerilla, Medien

Kalte Medienanalyse eines heißen Gegenstandes (Nelly »Hot in here«)

Popular Culture Seminarvorbereitungen können seltsam sein. Habe mir ein Buch ausgeliehen (Keazor/Wübbena, Video thrills the radio star, 2007, transcript) und den Abschnitt zu Nelly „Hot in here“ gelesen. Dann geschaut wo Macht- und Genderkritik auftauchen. Fehlanzeige. Das Buch ist eine technische, maximal noch intertextuelle Analyse von Medienprodukten. Methodisch gut, nur: So what? Das Video hat mehr als nur die im Buch angesprochene Differenz zwischen erster und zweiter Videoversion.

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Eingeordnet unter Amerika, Cultural Engineering, Kulturwissenschaft, Medien, Zeichen

How to launch a bird and not an egg

Eine Präsentation von Jana: http://prezi.com/9jwctgyg47ui/ Übrigens: Es geht natürlich weder um Vögel noch um Eier, sondern um Ideenmanagement und Ideentechniken. Interessant übrigens auch: Die Form der Präsentation und das (Cloud-based)Präsentationsprogramm. Prezi verbindet Präsentationen mit Mindmaps. Sehr schön!

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Eingeordnet unter Cultural Engineering, Doktorand

Heimat, adé

Chic (frz., abgeleitet vom dt. schick): ein Filmchen, wieder verlinkt beim MDR. Diesmal: Artour, Do. (29.11. – heute) Abend 22 Uhr. Auch in der Mediathek. Kommentiert den auf dem Dokville laufenden Film „Heimat auf Zeit“. Anlass sind neue Braunkohletagebaue. Wirtschaft vor Wohnung und aktuelle Umsiedlungen in Deutschland werden anhand des Heimatverlusts thematisiert. Zum MDR siehe den vorigen Eintrag (genau verlinken kann man ohnehin nicht).

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Eingeordnet unter Cultural Engineering, Kulturwissenschaft, Medien

Noch mehr Integrationspolitik

Diesmal wirklich mit Worten: Zwischen Abschottung und Anpassung. (Behauptung: Integration?). Das Schöne daran: Wir haben damit nichts zu tun! Das machen die Anderen (Ausländer), wir sind eben unbeteiligt, gar nicht schuldig. Einfach zurücklehnen. Entscheiden die ja, also Abschottung oder Integration.

Der Witz sind natürlich aber die Gäste. Oder eher schon der Sendungstitel: „Fakt ist…“ Ich führe das mal fort: ein Fetisch – keine Realität. Grüße von Latour.

Videolink. Naja, vielleicht muss man das dann doch nicht sehen.

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Eingeordnet unter Cultural Engineering, Medien, Otto-von-Guericke-Universität, Politik

Wilde Innovationen strukturieren

Hier ein Working Paper zu Innovation für eine Konferenz im November, das ich gerade überarbeite – insofern sind Anmerkungen willkommen. Vor allem wird jetzt noch reduziert.

Abstract:

Im Zuge der letzten Jahre haben sich verschiedene Phänomene herausgebildet, die in der ökonomischen Managementliteratur und inzwischen auch der Allgemeinpresse unter Stichworten wie Crowdsourcing, Open Innovation, Lead User Forschung, User Innovation und Prosumers besprochen werden. Insbesondere im Internet entstanden dabei Formen der Einbindung von Kunden in organisationale Innovationsprozesse von Firmen, welche in der Ausgestaltung stark dem als Hacker Culture bezeichneten subkulturellen Umgang von Open Source Communities ähneln.

Der Vortrag zeichnet diese Entwicklungen grob nach und zeigt davon ausgehend auf, wie es möglich ist aus den von Nutzern eingebrachten Vorschlägen für das Unternehmen sinnvolle Inventionen zu erhalten. Webplattformen, so die vertretene These, übernehmen die Aufgabe zwischen freien, ungeplanten, intrinsisch motivierten und spontanen Nutzervorschlägen zum einen und auf Planung, Sicherheit und Hierarchie bedachten Unternehmen zum anderen zu vermitteln. Vor allem ein Problem der Übersetzung zwischen Konsumenten und Produzenten, das über eine Ausbalancierung von Sicherheit und Freiheit im Sinne einer liberalen Gouvernementalität (Foucault) geregelt wird steht dabei im Fokus.

Anhand der Doppelbetrachtung von Firmen und Konsumenten wird ein Theoriebruch offenbar, der zwischen pragmatischen/interpretativen Theorien auf der einen Seite (Kunden) und funktional-strukturellen/diskursiven Ansätzen auf der anderen Seite (Firmen) verläuft. Dieser Theoriebruch soll anhand des beschriebenen Phänomens zur Diskussion gestellt werden.

Download Wilde Innovationen

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Eingeordnet unter Cultural Engineering, Doktorand, Innovation, Kulturwissenschaft, Magdeburg, Trendforschung

cultural engineering

In der Fusion von Betriebswirtschaftslehre und cultural engineering wird eine besonders raffinierte Strategie entdeckt, Kultur für die unternehmerische Gewinnmaximierung zu instrumentalisieren, um via Sinn zum Gewinn zu gelangen. Im Visier der Kritik sind dabei vor allem die Ansätze eines Symbolischen Managements, das es darauf abgelegt hat, eine transparente Mitarbeiterkommunikation durch mythmaking zu ersetzen, das  das Unternehmen nach dem Modell einer tribalistischen Gemeinschaft integrieren soll, mit gemeinsamen Symbolen, Ritualen, Erkennungszeichen und emotionalen Markern. Dieser Versuch, aus Mitarbeitern <Eingeborene> eines <Stammes> zu machen, geht dabei weit über das hinaus, was die Rede von der <Stammarbeiterschaft> die schon im 19. Jahrhundert Hochkonjunktur hatte, anstrebte: Das Konzept substituiert vielmehr systematisch rationale Informationspolitik durch manipulative Sinnvermittlung.

Aus: Tanner, Jakob: Kultur am Point of Sale – Wirtschaft im Cultural Turn. in: Kulturstiftung des Bundes (pp. 6f.), Juli 2007.

Nachtrag: So eine kleine Notiz an die ich mich erinnerte, als ich überlegte was man Cultural Engineering – als Name und anscheinend ohne Bezug zum Studiengang – wohl als Professionalitätskonzept vorwerfen könnte. Etwas das so schön polemisch ist, dass man gut dagegen Stellung beziehen kann, z.B. zur etwas absurden Ansicht Mythen in Organisationskommunikation würden erst durch deren bewusste Gestaltung etwa mittels Storytelling auftreten und wären vorher nicht gegeben gewesen. Das lässt sich sehr leicht als mythische Rationalisierung entlarven. Oder auch die Ansicht Kultur sei etwas, das im Namen der Normen hochzuhalten sei (dann aber doch die Frage: was? Sind nur Jazz und Klassik, also Hochkultur, Kultur?). Lehnt man dies ab, betrachtet man im Sinne der Cultural Studies Kultur als einen ‘whole way of life‘, so lässt sich die Behauptung Kultur als bedeutungsmaschine zu Ökonomisieren wohl kaum aufrecht zu erhalten, weil man dafür Kultur gegen Wirtschaft stellen muss. Dieser zuerst aufgemachte Gegensatz (Hilfe! Wirtschaft zerstört authentische Kultur!) wirkt um so lächerlicher, als dass hinterher sofort offenbar wird, dass Wirtschaftsunternehmen eben auch über Mythen gestaltbare Kultur besitzen, ein mehr an Verquickung also nichts ist was es zu fürchten gälte. Wer Angst hat vor Sinn als Argument für Verkauf, der muss dann subkulturelle ebenso wie Massenware ablehnen. Ohnehin: Was soll das sein, ein von Sinn befreites Produkt? Es wäre sinnlos. Nun könnte man es trotzdem kaufen (täte das aber nicht), schließlich ist Geld exakt das symbolisch generalisierte Kommunikationsmedium, welches von speziellem Sinn abstrahierten Handel ermöglicht.

(Anm.: Der Artikel wurde ohne Kommentar bereits zuvor am 6.6.09 online gestellt.)

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Eingeordnet unter Cultural Engineering, Doktorand, Kulturwissenschaft, Magdeburg, Marke, Medien, Otto-von-Guericke-Universität