Der Vorleser

Vorlesen ist immer großes Kino, der Vorleser ist meiner Meinung nach als Buch grauenhaft und als Film kein Grund in ein Kino zu gehen. Erstens: Die Filmkritiken sagen nie, worum es im Buch zumindest geht: Die Schuldfrage, aufgeteilt auf zwei Generationen, die Kriegs- und die erste Nachkriegsgeneration. Dafür stehen auch die beiden Protagonisten, wenn man sie denn so nennen will. Was im Buch besonders auffällt: Sie haben keine Tiefe, keinen Charakter, es sind Platzhalter. Sie sind beide austauschbare Stellvertreter für ihre jeweilige Generation. Wenn dann im Film eine Schauspielerin einer der beiden Personen einen Oskar erhält, weil sie die anderen „an die Wand spielt“, dann fragt man sich doch: Ist das nicht eher schlecht? Also führt das nicht den moralischen Trick des Buches ad absurdum? Ich habe für mich entschieden den Film erst gar nicht zu schauen. Entweder er ist so schlecht wie das Buch, oder noch schlimmer.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Medien

Eine Antwort zu “Der Vorleser

  1. kunstseidenes

    Einerseits ja. Andererseits ist der Vorleser das einzige annehmbare Machwerk, das ich von Schlink kenne. Wer das bereits für mies hält, hat vermutlich seine anderen Romane nicht gelesen. Ich rate auch entschieden davon ab.
    post scriptum: Den Film werde ich mir wahrscheinlich auch nicht zu Gemüte führen, ich hege Vorurteile gegen Literaturverfilmungen und hatte ewig Angst, die Parfüm-Adaption zu sehen. Ich würde sie inzwischen empfehlen. Natürlich erreicht sie das Buch nicht, aber es ist ein Tykwer…

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