Globalisierungsopfer

Ganz klar: Globalisierung ist böse. Heute hat die ARD gemeldet, dass aufgrund erhöhter Nachfrage im asiatischen Raum die Preise für Milchprodukte ansteigen werden. Und das drastisch. In der taz würde das etwa so kommentiert werden: Die faschistoide Mainstream-Presse meldet, dass Asiaten die Milch wegtrinken. Wer ist demnach noch schuld? Die Bio-Energie. Mehr Windkraftwerke, weniger Kühe auf der Weide. Atomkraftwerke kosten eben weniger Platz. Derweil vertreibt also Öko-Lebensstil die Kühe. Die erzeugen, wie aus Funk und Fernsehen bekannt, ja CO2, das wird damit gleich mit vermieden. Komisch nur, dass Europa nach wie vor auf subventionierten Butterbergen sitzt. Kühe produzieren also Anhöhen, dienen aber auch dazu Autos grün zu waschen („Ford lässt Kühe pupsen.“). Das „Greenwashing“ von Autoherstellern passt beileibe auf keine Kuhhaut. Aber deutsche Kühe eigenen sich hervorragend für Simplifizierungen: Sie waren schon immer mehrheitlich Schwarz-Weiß mit Tendenz zum Lila in der Werbung.
Bei VW bewegen sich Autos auf einmal in „BlueMotion“, Renault zertifiziert mit eco2 gesetzliche Mindeststandards, Porsche baut demnächst Diesel mit unter 10 Litern Verbrauch, BMW erfindet „Efficient Dynamics“ am Strand und pustet trotzdem weite, Toyota bauen Hybridantriebe die trotzdem mehr CO2 ausstoßen als vergleichbare Wagen ihrer Klasse, aber immerhin sind Bündnis 90/Die Grünen auf einmal für irgendein Auto. Ganz nach der Methode: Mit dem Hubschrauber zum Gipfel und die letzten 100 Meter mit der Öko-Limousine.

Für pro Klimawandel gibt es übrigens hier Infos. Also wichtig für alle, die Knut mit steigender Temperatur endlich aus Berlin vertreiben wollen oder für kürzere Röcke für Frauen sind. (Einfach hier klicken und unter creative nach Mini skirt suchen. Amüsieren.)

Manchmal sind systemische Rückwirkungen schon doof. Ich mag billige Milch. Also mehr Kühe. Das heißt aber weniger Windkraftwerke. Die mag ich aber auch. Und überhaupt, die sind ja dafür, dass es weniger Atomkraftwerke gibt gut. Also auch mehr Windanlagen. Sieht eh chic aus. Angesichts von Vattenfall gibt nun steigende Strompreise (Mia.: „Ich hab jetzt Ökostrom“) und dann auch noch steigende Milch. Ich bin für mehr BaföG.

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Globalisierungsopfer

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