Eine Gemeinsamkeit von Tofu, Dickmanns und Bananen

Hallo allerseits. Ich dachte ich beginne mit etwas skurrilem. So für nen interessanten und befremdlichen Anfang.

Erstes Semester Kulturwissenschaft: Kultur des Essens. Weibliche Speisen, männliche Speisen, das Muster unseres Essens (A+2b, d.h. Fleisch und 2 Beilagen) nach Karmasin. Und dann war da letztens so ein Gespräch, dass mir ein paar Dinge wieder ins Gedächtnis rief…

Links, das ist Tofu (fast! geschmackloser Fleischersatz für fleischvermissende Vegetarier oder Omas die denken Vegetarier müssten auch Fleisch essen und ähnliche Menschen). Tofu hat eine Freundin (super – glücklicherweise trifft das gerade auf gut 30 Personen zu) von mir letztens gekocht. Die Reste standen dann allerdings länger im Kühlschrank und sie musste sie entsorgen – etwas sehr glibschig und verschimmelt. Ihr Kommentar: „Bei dem Geschmack von Tofu muss ich immer an etwas anderes aus Eiweiß denken, das schmeckt genauso. Jetzt weiß ich, wie es verschimmelt riechen würde.“ Und da sage noch einmal jemand Männer würden ständig an Sex denken. Ha!

Das Bild ist dafür aber auch hervorragend. Das ist vielleicht eine Pampe! Auf der Seite bei flickr stand ein Rezept: 3-7 Tage stehen lassen. Pfui pharao!

Wenig später kam das mit den Dickmanns (politisch korrekt und ohne Schleichwerbung Schokoschaumküsse) dazu. Hap’s! Komplett in Mund. Sorry – aber nach dem vorherigen Kommentar von ihr… Weiß und Eiweiß und wie der Essprozess wirkt. Mund weit auf und möglichst viel rein. Die Symbolik ist auch klar, oder? Aus meiner Perspektive sehr viel deutlicher der Bezug – aber ich hab das andere noch nicht ausprobiert…

Dazu links das passende Bild – super oder? Die Werbung unterstreicht die Funktion der Speise hervorragend. Der dicke Meter. Lieber Peter, das sind niemals 20 cm! Leider nicht unter einer CC-Lizenz erschienen ist ein Bild, dass man unter Google Bildersuche findet mit einer englischen Werbung: „A party in your mouth“ und weiter „Loaded with creme filling“. Fixierung kultureller Muster in Speisen.

Das gesamte erinnerte mich an eine (andere) Freundin, die meinte sie würde in der Öffentlichkeit keine Banane essen – weil sie das sexuell degradierend finden würde. Es geht nicht nur um das eine. Okay, das war gelogen. Die Banane ist die natürliche Version. Aber erinnert sich irgendwer noch an Magnum Werbung? Manchmal muss man eben Prioritäten setzen. Wenn kein Kondom drin ist, dann eben anders.

Akustisch ungenießbar ist auch der Ärzte Song mit der Freundin, die eine Banane schält und dem sabbernden Typen. Aber an dieser Stelle sollte ich nicht von Niveau reden.

Die Frage die ich mir gestellt habe: Welche Speisen und inwieweit haben sexuelle Symboliken? Mir fällt gerade noch Freixenet Werbung mit dem Eiswürfel und der Sektflasche ein. Und die Bierwerbung (welche Marke?) mit der Französin: „Das prickelt so schön in die Bauchnabel.“

Ich hab immer geahnt, dass das Lesen von 8 Büchern in einer Woche das Hirn breiig macht… Aber trotz des delikaten Themas: Kann man das Kategorisieren?
„Besonders interessante Ergebnisse lassen sich erzielen, wenn Erotik nicht über die Darstellung von entblößten Körpern vermittelt wird, sondern über die Darstellung einer Situation, die vom rezipienten als erotisch, und zwar als „gewagt“, interpretiert wird. Darstellungen, die am ehesten die Darstellungskonventionen verletzen, finden sich wieder zumeist im Bereich von elitären Produkten, wie Parfüms, die ihren Rang gerade dadurch dokumentieren können, dass sie abweichendes Verhalten zeigen. Sehr oft wird eine Parallele zwischen erotischem und kulinarischem Genuss aufgebaut.“ (Karmasin: Produkte als Botschaften 80)

Jemand eine Idee für eine Semiotik der erotischen Speisen?

Nachtrag: Duplo, die längste Praline der Welt

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Kulturwissenschaft

3 Antworten zu “Eine Gemeinsamkeit von Tofu, Dickmanns und Bananen

  1. nordwindkind

    niemals wird etwas über monte mit pombären gehen oder schaumküsse mit erdnussflips.

  2. lisa

    Mein lieber Joscha,

    Zu deinen kulinarischen Ausführungen mit erotischer Nuance kann ich folgende Werbeerfahrung beitragen:
    Frau, nackt (bis knapp unter die Hüfte), wunderschön, Brüste wie Melonen, riesig, meine Güte, riesige Implantate, tanzt, singt falsch, dumdidum lalala, reibt ihre Brüste tanzend mit zarten Händen, riesen Brüste, mein Gott. Moment kurz…Sie singt also, tanzt, reibt ihre Brüste, nackt und das im Werbeprogramm…dann holt sie genüsslich, erotisch, mit eindeutiger Anspielung, mit gerundeten feuchten Lippen eine…ja was? ZIGARRE aus ihrem Busen…Dann der Name der Marke und der Slogan „Handmade Zigars“, während sie, nun vopllständig entblößt die sehr große, sehr dicke Zigarre zwischen ihre Lippen schiebt…

  3. Pingback: Essen « Feuilleton Arkaden

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