1.11.2009

Wilde Innovationen II

Hier eine überarbeitete Fassung des bereits zuvor geposteten Vortragmanuskripts für eine kulturwissenschaftliche Konferenz. Umwerfende 4 Seiten Text.

Download (pdf): Gerhard_2009_WildeInnovationen

30.10.2009

How to fight gentrification

Abwertungskit™: Die Miete drück ich mir jetzt selber! siehe: http://www.esregnetkaviar.de

Mit wenigen Handgriffen lässt sich das Erscheinungsbild ihrer Wohnung nach außen verschlechtern. Schon bald setzt der „broken windows effect“ ein: Wohlhabende ziehen weg, Wohnungen sind nur noch schwer zu vermieten, die Preise purzeln in den Keller.

Videotext s.u.

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30.10.2009

Not in our name!

Hamburg als Marke? Ein Aufruf gegen die fortschreitende Gentrifizierung der Stadt. Hier Unterzeichnen.

Das Tollste am Aufruf ist eigentlich wie hier gegen die kreative Klasse gewettert wird (R. Florida), die aber dann als Marke, als Einheitskultur verstanden wird. Dann unterzeichnen viele, die eine bunte, „natürliche“, „authentische“ Stadt wollen. Wenn man dann die Berufe liest: Alles creative class! Rocker, Musiker, Theaterleute, Schwule (nein, die haben in dieser Liste nichts zu suchen, tauchen aber im Aufruf auf), Markenmanager, Werber, Wissenschaftler, Studierende. Man kann sich ja über die prekären Arbeitsverhältnisse in diesem Bereich beschweren – aber genau das ist die kreative Klasse. Eine Klasse! Kein Milieu! Das bitte dann doch mal auf der Zunge zergehen lassen. Liebe Leute, die Gentrifizierung kommt später! Auch wenn einige von euch noch in den St. Pauli Mietskasernen wohnen: Ihr seid schuld. Unterzeichnen hin oder her. Ihr kauft in den kleinen Kleiderläden, den Designshops, geht in den hippen Apple-ist-Pflicht-Cafés Latte trinken. Ciao Schanze.

Marke macht aber etwas anderes. Marke geht es um eine kohärente Kommunikation. Mach’ das mal mit einer kreativen Klasse, meine Güte sind die mit ihrer eigenen Stimme anstrengend. Die einheitliche Kommunikation entlang aller Berührungspunkte (K. Schmidt). Branding ist „Inclusive“ (ebd.) und wer Hamburger ist wird in die Marke eingeschlossen. Integrative Marketingkommunikation (J. Kliatchko) ist eben integrativ, sie versucht eine einheitliche Identität zu kreieren – unter Ausschluß der Anderen. Ihr/Wir entsteht. Sehr schön zu sehen in den Analysen der Cultural Studies, die sich genau mit diesen Identitätsproblemen als politischen Konflikt auseinandergesetzt haben. Die Kommodifizierung des Wissens fordert ihre Opfer (vgl. K. Polanyi), wenig erstaunlich, dass die Wissensarbeiter als kreative Klasse die alte Arbeiterklasse verdrängt.

Soviel zum Hintergrund. Ein wenig konnte ich es nicht sein lassen die Gängeviertel Künstler mit ihrem Markenslogan „Kommt in die Gänge!“ zu gängeln.

29.10.2009

How to launch a bird and not an egg

Eine Präsentation von Jana: http://prezi.com/9jwctgyg47ui/ Übrigens: Es geht natürlich weder um Vögel noch um Eier, sondern um Ideenmanagement und Ideentechniken. Interessant übrigens auch: Die Form der Präsentation und das (Cloud-based)Präsentationsprogramm. Prezi verbindet Präsentationen mit Mindmaps. Sehr schön!

29.10.2009

Login

40 Jahre Internet.

29.10.2009

Heimat, adé

Chic (frz., abgeleitet vom dt. schick): ein Filmchen, wieder verlinkt beim MDR. Diesmal: Artour, Do. (29.11. – heute) Abend 22 Uhr. Auch in der Mediathek. Kommentiert den auf dem Dokville laufenden Film „Heimat auf Zeit“. Anlass sind neue Braunkohletagebaue. Wirtschaft vor Wohnung und aktuelle Umsiedlungen in Deutschland werden anhand des Heimatverlusts thematisiert. Zum MDR siehe den vorigen Eintrag (genau verlinken kann man ohnehin nicht).

28.10.2009

Noch mehr Integrationspolitik

Diesmal wirklich mit Worten: Zwischen Abschottung und Anpassung. (Behauptung: Integration?). Das Schöne daran: Wir haben damit nichts zu tun! Das machen die Anderen (Ausländer), wir sind eben unbeteiligt, gar nicht schuldig. Einfach zurücklehnen. Entscheiden die ja, also Abschottung oder Integration.

Der Witz sind natürlich aber die Gäste. Oder eher schon der Sendungstitel: „Fakt ist…“ Ich führe das mal fort: ein Fetisch – keine Realität. Grüße von Latour.

Videolink. Naja, vielleicht muss man das dann doch nicht sehen.

28.10.2009

Diskussionskultur

Matthias Gärtner, NPD-Stadtrat und Student der Politikwissenschaft in Magdeburg, ist gestern auf dem Weg zu einem Vortrag in der Universität von vermummten Personen angegriffen und verletzt worden. Gärtner wollte im Rahmen einer Lehrveranstaltung einen Vortrag über die „Politische Sprache im Nationalsozialismus“ halten.

Artikel

26.10.2009

Wilde Innovationen strukturieren

Hier ein Working Paper zu Innovation für eine Konferenz im November, das ich gerade überarbeite – insofern sind Anmerkungen willkommen. Vor allem wird jetzt noch reduziert.

Abstract:

Im Zuge der letzten Jahre haben sich verschiedene Phänomene herausgebildet, die in der ökonomischen Managementliteratur und inzwischen auch der Allgemeinpresse unter Stichworten wie Crowdsourcing, Open Innovation, Lead User Forschung, User Innovation und Prosumers besprochen werden. Insbesondere im Internet entstanden dabei Formen der Einbindung von Kunden in organisationale Innovationsprozesse von Firmen, welche in der Ausgestaltung stark dem als Hacker Culture bezeichneten subkulturellen Umgang von Open Source Communities ähneln.

Der Vortrag zeichnet diese Entwicklungen grob nach und zeigt davon ausgehend auf, wie es möglich ist aus den von Nutzern eingebrachten Vorschlägen für das Unternehmen sinnvolle Inventionen zu erhalten. Webplattformen, so die vertretene These, übernehmen die Aufgabe zwischen freien, ungeplanten, intrinsisch motivierten und spontanen Nutzervorschlägen zum einen und auf Planung, Sicherheit und Hierarchie bedachten Unternehmen zum anderen zu vermitteln. Vor allem ein Problem der Übersetzung zwischen Konsumenten und Produzenten, das über eine Ausbalancierung von Sicherheit und Freiheit im Sinne einer liberalen Gouvernementalität (Foucault) geregelt wird steht dabei im Fokus.

Anhand der Doppelbetrachtung von Firmen und Konsumenten wird ein Theoriebruch offenbar, der zwischen pragmatischen/interpretativen Theorien auf der einen Seite (Kunden) und funktional-strukturellen/diskursiven Ansätzen auf der anderen Seite (Firmen) verläuft. Dieser Theoriebruch soll anhand des beschriebenen Phänomens zur Diskussion gestellt werden.

Download Wilde Innovationen

26.10.2009

Revolution 2.0

Gesetzesänderungen gefallen nicht jedem und nicht alle lassen sie sich gefallen. Aktuell geht Online offline in den Organisationsprinzipien: Netzwerkrevolution. Die Protestler nutzen Twitter, Blogs, Facebook & Co zur Organisation, agieren basisdemokratisch, wählen Funktionäre täglich neu, damit sich keine Machtzirkel herausbilden. Revolution ohne Führer. Wenn das wirkt wirds historisch.

Forderungen finden sich unter:

http://unibrennt.at/

Eine Analyse Proteste und ihrer Funktionsweise findet sich unter:

http://phsblog.at/das-geheime-netzwerk-der-studierenden/

Alle Diskussionen und Plenumssitzungen auch Live unter:

http://www.ustream.tv/channel/unsereuni

Jetzt.de kommentiert und stellt vor:

http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/489052