Ausstellung im Ethnologischen Museum Berlin: “Vom Imperialismus zum Kommunikationszentrum? – Zur neuen Rolle des Museums als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und nicht-westlichen Gesellschaften”.
So viel zum Orientbild. Oder genereller: Wir und der Rest der Welt. Wie deprimierend, wenn man gerade aus Istanbul wieder gekommen ist und die Exkursionsteilnehmer ganz neue Seiten der türkischen Kultur entdeckt haben. Nach berlin kann man sie zur Vorurteilsresozialisierung schicken.
In der Fusion von Betriebswirtschaftslehre und cultural engineering wird eine besonders raffinierte Strategie entdeckt, Kultur für die unternehmerische Gewinnmaximierung zu instrumentalisieren, um via Sinn zum Gewinn zu gelangen. Im Visier der Kritik sind dabei vor allem die Ansätze eines Symbolischen Managements, das es darauf abgelegt hat, eine transparente Mitarbeiterkommunikation durch mythmaking zu ersetzen, das das Unternehmen nach dem Modell einer tribalistischen Gemeinschaft integrieren soll, mit gemeinsamen Symbolen, Ritualen, Erkennungszeichen und emotionalen Markern. Dieser Versuch, aus Mitarbeitern <Eingeborene> eines <Stammes> zu machen, geht dabei weit über das hinaus, was die Rede von der <Stammarbeiterschaft> die schon im 19. Jahrhundert Hochkonjunktur hatte, anstrebte: Das konzept substituiert vielmehr systematisch rationale Informationspolitik durch manipulative Sinnvermittlung.
Aus: Tanner, Jakob: Kultur am Point of Sale – Wirtschaft im Cultural Turn. in: Kulturstiftung des Bundes (pp. 6f.), Juli 2007.
Erneut: Vertreibung aus der Heimat. Heimat auf Zeit. Es geht aber nicht um Sprachverwirrung, sondern um Kohle. Richtige Braunkohle in der Lausitz.
“Ihr seid hiermit zu einer privaten Vorstellung am 11.07. in Berlin im
Kino Babylon Mitte eingeladen. Los geht es um 17:30 – pünktlich! Und wer
es verpaßt, muss leider aus rechtlichen Gründen ein halbes Jahr warten,
bis er wieder die Gelegenheit bekommt. Also nutzt sie und freut Euch auf
92min über ein Thema, dass Ihr so bestimmt noch nicht wahrgenommen habt.
Bringt mit, wen ihr wollt, denn wir wollen die Bude voll bekommen.
Leider müssen wir Euch um einen freiwilligen Eintritt von 4,-€ bitten,
denn auch wenn das Kino uns sehr entgegenkommt, ist der Spaß dennoch für
uns mit Kosten verbunden.”
Design ist eine der Sachen, die sich am einfachsten an eine große Gruppe auslagern lassen. Trotzdem sind hier auch einige ungewöhnliche Beispiele drunter, z.B. Stadtdesign.
Glaubt’s oder glaubt’s nicht: Hier geht es um (labbrige) Hamburger:
Burger King kann aber noch besser:
Das macht doch wirklich sprachlos. Super dazu die Textzeilen: “It’ll blow your mind away” und “It just tastes better”. Wie war das mit der Ersatzbefriedigung bei Freud? Aber der hat das dann auch eine “Tragödie der Kultur” genannt.
Hier Jürgen an der stolzen Fahnenstange noch einmal alleine. Direkt am Sultanspalast, an einer riesigen türkischen Flagge hat er es sich gemütlich gemacht und schaut aufs Wasser.
Weiß ich auch, dass ich gestern meine Blumen gegossen habe aus den Medien? Wohl nicht. Ansonsten schreibt Luhmann den Massenmedien die Funktion zu über Themen Verbindung zwischen einzelnen gesellschaftlichen Teilsystemen herzustellen. Für Tokio Hotel gilt wohl, dass sie Erfahrungen aus Interaktionssystemen nicht mehr verarbeiten können. Bei der geringen Größe eines Tourbusses fragt man sich dann doch, wie es um den Drogenkonsum steht. Bill sucht ja auch per Bild nach einer neuen Knutsch-Freundin. Mehr liefert Bild wohl nicht, hätte er mal die Bravo gefragt.